Newsletter für Freunde und Förderer der Universität München

10/2018 

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mit diesem Newsletter möchten wir Sie regelmäßig mit allen Neuigkeiten aus der Münchener Universitätsgesellschaft und vielen interessanten Themen aus der Ludwig-Maximilians-Universität versorgen. Gerne nehmen wir auch Ihre Wünsche und Anregungen auf. Schreiben Sie uns unter info(at)unigesellschaft.de. Viel Spaß bei der Lektüre.

 

drinnen & draußen

 

Zu bestimmten Themen werden die Sichtweisen und Interessenslagen der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) denen der betroffenen Gesellschaftskreise gegenüber gestellt. Gibt es Widersprüche oder Übereinstimmungen zwischen den an der LMU forschenden und lehrenden Professoren und den Akteuren in der Wirtschaft, in den Medien?

Die Münchener Universitätsgesellschaft möchte die LMU stärker mit der Öffentlichkeit vernetzen, Brücken schlagen, gerade auch dort, wo unterschiedliche Vorstellungen und Erwartungshaltungen das Verständnis füreinander schwierig gestalten. Podiumsdiskussion am 11. März 2015, 19.00 Uhr, Ludwig-Maximilians-Universität, Hörsaal B101

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LMU Alumni

 

An dieser Stelle möchten wir Ihnen jeweils zwei Alumni aus der Vergangenheit vorstellen. Auch hier freuen wir uns über Anregungen von Ihrer Seite.

 

Ulrich Wilhelm

1983 bis 1986 an der LMU

Ulrich Wilhelm ist gebürtiger Münchner, begann seine juristischen Studien aber in Passau, um schon nach zwei Semestern wieder zurück nach München, zum Jurastudium an die LMU zurückzukehren. Wilhelm ist Journalist und Jurist. Von 1981 bis 1983 studierte er an der Deutschen Journalistenschule in München und erwarb dort das Redakteursdiplom.

In seiner Referendarzeit (zwischen Erstem und Zweiten Staatsexamen) war er unter anderem als Congressional Fellow beim US-Kongress in Washington D.C.. Während Studium und Referendarzeit arbeitete Wilhelm immer wieder als freier Journalist für den Bayerischen Rundfunk.

1991 trat Wilhelm in den Staatsdienst ein, zunächst im Bayerischen Innenministerium, später wechselte er in die Bayerische Staatskanzlei. 1999 wurde er Pressesprecher der Bayerischen Staatsregierung und des damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber. Fünf Jahre später wechselte er als Amtschef in das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Im November 2005 holte ihn Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Berlin, wo er Chef des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung sowie Regierungssprecher wurde.

Er denkt „in langen Linien", bescheinigte ihm Dirk Kurbjuweit im Spiegel und Frank Schirrmacher, verstorbener Herausgeber der „FAZ", sagte, Wilhelm habe „den Blick des Historikers". Jedenfalls habe er bayerische Noblesse in die Berliner Republik gebracht, kommentierte die Welt.

Nach knapp einem Jahr von Merkels zweiter Amtszeit kehrte Wilhelm wieder zurück nach München. Am 6. Mai 2010 wählte ihn der Rundfunkrat - mit 40 von 44 Stimmen - zum Intendanten des Bayerischen Rundfunks. Wilhelm trat sein Amt im Februar 2011 an. Seitdem treibt er den umfassenden Umbau des BR hin zu einem trimedialen Sender voran, in dem Hörfunk, Fernsehen und Internet eng vernetzt sind.

2013 wurde Wilhelm mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet sowie dem "Tutzinger Löwen" der Evangelischen Akademie Tutzing, der für "Toleranz und Weltoffenheit und für visionären Gestaltungswillen" steht. Wilhelm vertritt ARD und ZDF im obersten Leitungsorgan der Europäischen Rundfunkunion in Genf.

 

Ian Fleming (1908 bis 1964)

1929 an der LMU

Ian Fleming hatte keine geradlinige Karriere, der Autor des James Bond machte in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg, während des Krieges und in den Jahren danach viele verschiedene Stationen durch, mit Spionage und Spielcasinos war er bestens vertraut.

Als Schüler besuchte er das elitäre Eton College, er lernte Sprachen und tat sich als Sportler hervor. Wegen einer delikaten Affäre mit einem jungen chinesischen Mädchen wurde er von der Schule verwiesen, und auch die nächste Station – die königliche Militärakademie Sandhurst - musste er wegen eines amourösen Abenteuers verlassen.

Er verließ England und bezog in Kitzbühel ein neues Quartier. In der dortigen freien Atmosphäre schloss er die Schulbildung ab und studierte anschließend Sprachen und Psychologie an der Ludwigs-Maximilians-Universität und in Genf.

Ian Fleming versuchte alles, im Diplomatischen Corps des Vereinigten Königreiches unterzukommen, er scheiterte jedoch und arbeitete stattdessen vier Jahre lang als Journalist bei Reuters. Dabei war sein größter Erfolg ein Bericht über einen Spionageprozess in Russland. Da ihm der Journalismus aber keinen adäquaten Lebensstil ermöglichte, avancierte Fleming zum Wertpapierhändler in London. Später nahm er einen Korrespondentenposten bei der Times an, der ihn in die Sowjetunion führte, wo er über eine Handelsreise berichten sollte – in Wahrheit spionierte er jedoch für das Auswärtige Amt.

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wechselte Fleming zum Nachrichtendienst der Royal Navy und machte schnell Karriere. Fleming war unter anderem dafür zuständig, Gibraltar und Südspanien vor der Radarüberwachung durch die Deutschen zu schützen. Er war Verbindungsoffizier zu internationalen Spionen und Flüchtlingen, die sich im neutral gebliebenen Portugal austauschten; dabei besuchte er auch das Casino Estoril, das größte Casino Europas und Inspiration für seinen Roman Casino Royal.

Gegen Kriegsende nahm Fleming an einer Militärkonferenz auf Jamaika teil und war dort von der üppigen Landschaft beeindruckt. Er erwarb ein Strandgrundstück, baute ein Haus und verlebte auf dieser Karibikinsel von nun an die kalten Wintermonate, schrieb seine Geschichten und Romane und hatte mehrere Liebschaften bis er schließlich heiratete. Noch in den Flitterwochen schrieb Fleming seinen ersten Spionageroman Casino Royale mit der berühmt gewordenen Figur des Agenten James Bond. Doch Casino Royale erhielt wenig Zuspruch, und Drehbücher zu einer geplanten Serie über James Bond landeten in der Versenkung. Davon unbeirrt verfasste Fleming drei weitere Romane, ehe er From Russia with Love herausbrachte. Das war der Durchbruch, sogar John F. Kennedy nannte diesen Titel in einer Liste seiner Lieblingsbücher. Nachdem auch Diamonds Are Forever, Goldfinger und Thunderball großen Erfolg hatten, trat Fleming allmählich vom Journalismus zurück und konzentrierte sich auf seine Romane.

Insgesamt verfasste Fleming zwölf James-Bond-Romane, dazu neun James-Bond-Kurzgeschichten. Seine Bond-Romane beruhen nach Flemings Angaben zu 90 % auf wahren Begebenheiten und eigenen Erlebnissen. Auch die Begabung von James Bond für das Skifahren geht auf das Talent von Ian Fleming zurück, der diesen Sport bei vielen Reisen in Österreich betrieb. Die Romane fanden fast vollständig Eingang in die Film-Drehbücher, wobei der erste Film James Bond – 007 jagt Dr. No Anfang der 60er Jahre anlief.

Den Abschluss seiner Karriere als Schriftsteller bildet allerdings das Kinderbuch Chitty Chitty Bang Bang.

Während einer Sitzung eines Golfkomitees ereilte Fleming ein Herzinfarkt, und er starb wenig später an der Sandwich Bay in der Grafschaft Kent.