Newsletter

10/2018 

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mit diesem Newsletter möchten wir Sie regelmäßig mit allen Neuigkeiten aus der Münchener Universitätsgesellschaft und vielen interessanten Themen aus der Ludwig-Maximilians-Universität versorgen. Gerne nehmen wir auch Ihre Wünsche und Anregungen auf. Schreiben Sie uns unter info(at)unigesellschaft.de.

Save the date: 
Das Stiftungsfest findet in 2018 am Freitag, den 29. Juni statt. Des Weiteren freuen wir uns sehr, dass die Mitgliederversammlung am 19. Juli in der Anatomischen Anstalt der Ludwig-Maximilians-Universität München stattfinden kann.

In der Reihe Alumni im Portrait freuen Sie sich heute auf Max Planck und Christoph Stock.

 

Testament und Vermächtnis + Stiftungsfonds

 

Vorträge von Notar Dr. Hans-Frieder Krauß und RA Dr. Stefan Stolte

Der letzte Wille ist eine sehr persönliche und höchst individuelle Angelegenheit. Das Bürgerliche Gesetzbuch stellt in Ausgestaltung der Erbrechtsgarantie vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten zur Verfügung, um den letzten Willen zu dokumentieren und die Voraussetzung zu schaffen, dass er im Sterbefall auch umgesetzt wird. Dr. Hans-Frieder Krauß wird in seinem Vortrag auf verschiedene Möglichkeiten hinweisen und die Voraussetzungen für Rechtssicherheit darstellen.

Ergänzend hierzu wird Rechtsanwalt Dr. Stefan Stolte, Schatzmeister der Münchener Universitätsgesellschaft, über die Möglichkeit sprechen, mit einem Stiftungs-/Namensfonds eine gemeinnützige Organisation nachhaltig zu unterstützen. Ein Stiftungs-/Namensfonds stellt ein zweckgebundenes Sondervermögen dar, das typischerweise nach dem Stifter benannt wird. Die daraus resultierenden Erträge kommen der begünstigten Organisation zugute. Bei der Förderung aus einem Stiftungs-/Namensfonds wird stets auf die Herkunft der Mittel hingewiesen, sodass er ein gut geeignetes Mittel ist, die dauerhafte Erinnerung an einen Stifter oder eine Stifterin aufrecht zu erhalten.

Termin:          Mittwoch, den 18.04.2018, 17.00 Uhr
Ort:                 Munich Re, Königinstraße 107
Referenten:   Notar Dr. Hans-Frieder Kraus, RA Dr. Stefan Stolte

 

 

LMU Alumni im Portrait

 

Studenten der LMU sind erfolgreich, manche hinterlassen historische Spuren, manche bekleiden Spitzenpositionen in unserer Welt. Unter dieser Rubrik porträtieren wir Alumni der LMU jeweils der Vergangenheit und der Gegenwart.

So haben wir Ihnen unter anderen schon vorgestellt: Vier Präsidenten unserer Bundesrepublik, den Intendanten des Bayerischen Rundfunks und den Schriftsteller von James Bond, einen wissenschaftlichen Shooting-Star, die wohl berühmtesten Studenten der LMU und alle Ministerpräsidenten des Freistaates, die Alumni der LMU waren oder sind.

Heute stellen wir Ihnen Max Planck und Christoph Stock vor. 

 

Max Planck

Studium der Mathematik und Physik, Promotion und Habilitation in Physik, alles an der LMU

Max Planck stammte aus einer traditionsreichen Gelehrtenfamilie in Kiel. Die Familie zog nach München, als der Vater auf den Lehrstuhl für Zivilprozessrecht der LMU berufen wurde. Max Planck besuchte das Max Gymnasium in Schwabing und war dort ein guter, jedoch kein herausragender Schüler. Viele wohlhabende und angesehene Familien sandten ihre Kinder auf diese Schule, so waren unter Plancks Mitschülern der spätere Gründer des Deutschen Museums, Oskar Miller sowie der Sohn des Literaturnobelpreisträgers Paul Heyse, aber auch Max Plancks zukünftiger Schwager Karl Merck war dort, Sohn der Bankier Familie Merck.

Max Planck machte das Abitur als Viertbester seines Jahrgangs. Die nun anstehende Wahl des Studienfachs fiel ihm nicht leicht, er schwankte zwischen Naturwissenschaften, der Altphilologie und einem Musikstudium. Planck, der über ein absolutes Gehör verfügte, spielte Klavier und Cello und begleitete regelmäßig Gottesdienste an der Orgel. Er war zudem ein hervorragender Sänger und war als Knabensopran Mitglied im Schul- und Kirchenchor. Zudem dirigierte und komponierte er Lieder für kleine Theaterstücke und die Hausmusik, die damals für das Bildungsbürgertum eine übliche Freizeitbeschäftigung waren. Als Student komponierte er eine Operette mit dem Titel „Die Liebe im Walde“, die auch zur Aufführung kam. - Max Planck behielt das regelmäßige Musizieren in seinem Haus sein Leben lang bei.

Da Max Planck in einem Musikstudium keine Berufsperspektive sah, entschied er sich für das Studium der Mathematik und der Naturwissenschaften an der LMU. Aber schon nach einigen Semestern wechselte er an die führende Universität Deutschlands, die Friedrich-Wilhelms-Universität, jetzt Humboldt Universität in Berlin. Seine Erwartungen waren hoch, jedoch war er von den Vorlesungen der von ihm bewunderten Wissenschaftler bald enttäuscht. So schrieb er später einmal: „Allerdings muss ich gestehen, dass mir die Vorlesungen keinen merklichen Gewinn brachten. H. hatte sich offenbar nie richtig vorbereitet, er sprach immer nur stockend, außerdem verrechnete er sich beständig an der Tafel und wir hatten das Gefühl, dass er sich selber bei diesem Vortrag mindestens ebenso langweilte wie wir. Die Folge war, dass die Hörer nach und nach wegblieben, schließlich waren es nur noch drei, mich und meinen Freund L. eingerechnet.“ Daher bildete sich Max Planck hauptsächlich im Selbststudium und entdeckte für sich die Wärmetheorie mit ihren beiden Hauptsätzen, wobei er den ersten bereits aus seiner Schulzeit als „Prinzip von der Erhaltung der Energie“ kannte. Den zweiten Hauptsatz wählte Planck zum Thema seiner Dissertation.

Max Planck kehrte wieder nach München zurück und legte das „Staatsexamen für das Lehramt an höheren Schulen“ in den Fächern Mathematik und Physik ab, ein halbes Jahr später wurde er promoviert und nach einem weiteren Jahr folgte die Habilitation. Damit gehörte Max Planck mit nun 22 Jahren zum exklusiven Kreis der Universitätslehrer, allerdings ohne Sold und unter dem Druck, sich einen Namen in der akademischen Welt machen zu müssen, noch dazu in seinem Spezialgebiet, der theoretischen Physik, einem damals noch kleinen, wenig beachteten Fach.

Endlich, nach 5 Jahren, kam der ersehnte Ruf nach Kiel, und nach nur vierjähriger Tätigkeit dort konnte Max Planck an die Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin wechseln, an der er fortan forschte und lehrte.

Max Planck war nicht nur ein herausragender Wissenschaftler (Nobelpreis 1918) sondern hatte in Wissenschafts- und Forschungsinstitutionen hohe und höchste Positionen. So holte er Albert Einstein nach Berlin. Einstein wäre lieber in Bern in der Schweiz geblieben, als überzeugter Individualist und Demokrat stand er den preußischen Idealen verständnislos gegenüber. Dennoch nahm er das großzügige Angebot an, das Planck als Rektor der Berliner Universität, als beständiger Sekretär der Preußischen Akademie der Wissenschaften und als Senator der Kaiser Wilhelm Gesellschaft zustande brachte. Damit war Berlin das Zentrum der Quanten- und Relativitätstheorie geworden, nirgendwo anders in der Welt gab es ein besseres Forum für die wissenschaftliche Diskussion.

Max Planck wurde Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, bis ihn das nationalsozialistische Regime zum Rücktritt drängte. Aber schon kurz nach dem Krieg bestand Einigkeit, diese Forschungsorganisation, die Hervorragendes in der Wissenschaft geleistet hatte und auch in den Zeiten des Nationalsozialismus ihrem Namen und ihren Idealen treu geblieben war, weiterzuführen. Allein der Name war für die britische Besatzungsmacht nicht akzeptabel. So erfuhr Planck noch einmal höchste Ehre: Die Gesellschaft wurde nach ihm benannt, und er wurde – hochbetagt – zum Ehrenpräsident ernannt. Heute ist die Max-Planck-Gesellschaft die weltweit beste nicht-universitäre Forschungseinrichtung.

 

Christoph Stock

Studium der Astrophysik an der LMU

Die Zukunft von Christoph Stock lag einmal auf dem weihnachtlichen Gabentisch: Ein Commodore 64 und ein Buch von Rudolf Kippenhahn: „100 Milliarden Sonnen - Geburt, Leben und Tod der Sterne“.

Dieses Buch führte ihn in das Studium der Astrophysik, die Stock noch immer als wunderbare Wissenschaft bezeichnet – es gibt hier zwar keine Experimente, aber viele Gedanken und Phantasien, welche dann durch Beobachtungen verifiziert werden müssen.

Der Commodore 64 gilt noch heute als einer der meistverkauften Heimcomputer weltweit und seine Popularität verdankte er seiner (damaligen) Vielseitigkeit: er war einerseits Spielcomputer, diente aber auch zur Softwareentwicklung. Christoph Stock arbeitete leidenschaftlich gern mit ihm: Mit dem Commodore 64 lernte er zu programmieren und wagte sich an immer komplexere Fragestellung heran. Mehrfach nahm er am Bundesjugendwettbewerb Information teil.

Diese beiden Interessen konnte er im Studium an der LMU weiterführen und  zusammenwirken lassen. Kein Wunder, dass er sich einen Studentenjob beim Planetarium im Forum der Technik suchte und dort dann auch ein paar neue Astronomievorstellungen programmierte.

Nach seinem Abschluss war Stock mit dem nicht wirklich ergiebigen Arbeitsmarkt für Astrophysiker konfrontiert. Er, der lieber mit Leuten arbeitet, tat sich schließlich mit anderen Physikern und Informatikern zusammen und zu zwölft gründeten sie die TNG Technology Consulting GmbH, eine partnerschaftliche, wertegetriebene Unternehmensberatung mit Fokus auf High-End-Informationstechnik. 17 Jahre existiert die Firma bereits und aus den Zwölfen sind inzwischen 330 Mitarbeiter geworden, alles Akademiker und mehr als die Hälfte davon haben sogar promoviert. Das überdurchschnittliche und nachhaltige Wachstum wurde u.a. ausgezeichnet mit dem Gewinn bei „Bayerns Best 50“ in 2010, 2012 und 2015 sowie dem Eintrag in die Financial Times Top Europe 100 Liste 2017.

TNG Technology Consulting berät Firmen bei der Erstellung und Weiterentwicklung firmeninterner Software. Die Kunden kommen hauptsächlich aus der Telekommunikations- und Versicherungsbranche sowie dem E-Commerce, aber auch aus dem Automobilsektor, der Logistik, dem Finanzwesen und anderen Branchen. TNG konzentriert sich auf agile Softwareentwicklung, DevOps & Cloud und Künstliche Intelligenz, und ist damit insbesondere auch im Bereich Big Data unterwegs.

Ein schönes Big Data Referenzprojekt entwickelt TNG mit einem Kunden aus der Telekommunikationsbranche. Dabei werden personenbezogen Informationen so in der Cloud gespeichert und der Auswertung durch dritte Parteien zugänglich gemacht, dass der Datenschutz für die personenbezogenen Daten vollumfänglich gewährleistet bleibt. Dazu kommen Verfahren aus der Kryptologie und der Differential Privacy zur Anwendung. Die mit dem Kunden gemeinsam erarbeitete Lösung wurde dann auch vom  Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) als mustergültig zertifiziert.

TNG ist stolz darauf, jungen Akademikern eine Perspektive geben zu können, selbst wenn der „normale“ Arbeitsmarkt wenig Möglichkeiten für „exotischere“ Studienfächer bietet. Neben Physikern, Mathematikern und Informatikern finden z.B.  auch Technomathematiker, Nachrichtentechniker, Bioinformatiker, Bauingenieure, Verfahrenstechnik-Ingenieure und sogar Musikwissenschaftler bei TNG eine berufliche Perspektive. Die Hauptsache ist, man ist nett, kann logisch denken, Zusammenhänge erkennen und Lösungen erarbeiten. Und natürlich muss man Lust auf Software-Entwicklung haben. Aber dann ist man auch als Quereinsteiger innerhalb von etwa zwei Jahren auf Top-Niveau und ein vollwertiger Software-Consultant, der auch alleine zum Kunden gehen kann. Kontinuierliche Weiterbildung ist ein Muss und die offene Arbeitsatmosphäre, die stark einem Campus gleicht, kommt gerade jüngeren, ambitionierten Menschen entgegen. Bei TNG haben diese die Freiheit, sich weiterzuentwickeln – und natürlich die Verantwortung, es auch zu tun. Dazu gibt es für jeden Mitarbeiter zweimal im Monat den sogenannten „Techday“, der ganz der individuellen Weiterentwicklung vorbehalten ist.

Zu seiner Fakultät hält Christoph Stock weiterhin Kontakt, immer wieder besucht er Vorträge und Kolloquien sowie Sommer- und Weihnachtsfest; meist ruft er noch Freunde aus der Studienzeit an, um solche Besuche gemeinsam zu machen.