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Lehre@LMU

v.l.n.r.: Prof. Oliver Jahraus, Frederic Jonas Kuhwald, Prof. Peter Höppe
v.l.n.r.: Prof. Oliver Jahraus, Laura Hainke, Marlene Försterling, Prof. Peter Höppe

Am 6. Dezember 2019 vergab die LMU 14 Preise im Rahmen des Programms Lehre@LMU.
Der LMU Lehrinnovationspreis würdigt Lehrende, die innovative Lehrkonzepte erarbeiten und umsetzen. Die besten studentischen Forschungsprojekte werden mit dem LMU Forschungspreis für exzellente Studierende prämiert. Die systematische Integration von Forschungs- und Praxisorientierung in die Lehre ist ein Ziel des Programms im Rahmen des Qualitätspakts Lehre. Dazu gehört unter anderem, dass Studierende bereits während des Studiums die Gelegenheit haben, ein Forschungsprojekt weitgehend selbstständig durchzuführen. Die Preise werden von der LMU jährlich vergeben. Auch in diesem Jahr können mit freundlicher Unterstützung der Münchener Universitätsgesellschaft zwei zusätzliche LMU Forschungspreise für exzellente Studierende vergeben werden. Den Festvortrag bei der Preisverleihung hält Prof. Dr. Simone Buitendijk, Vice-Provost Education am Imperial College London.

Die Förderungen der Münchener Universitätsgesellschaft gingen an die Forschergruppen:

  • Between the poles of the Cinderella Complex and discrimination – an evaluation of the gender wage gap in Germany
    Volkswirtschaftliche Fakultät - Frederic Jonas Kuhwald, Bastian Beck, Leonie Wellié

    Verdienen Frauen in Deutschland weniger als Männer und welchen Einfluss hat dies auf die Lohnzufriedenheit? Die vorliegende Arbeit untersucht empirisch den Einfluss der Lohnhöhe auf die Lohnzufriedenheit von Männern und Frauen und gleichzeitig den Einfluss der Lohnzufriedenheit auf die Lücke zwischen den Löhnen von Männern und Frauen (gender wage gap). Mit Rückgriff auf einen repräsentativen Datensatz für die deutsche Bevölkerung und mit Hilfe eines neuen Machine Learning Ansatzes wurde ein „objektiver” Marktwert des Arbeitsangebots von Erwerbstätigen generiert und mit dem tatsächlich erhaltenen Lohn verglichen. Das so sichtbare Lohndifferential (= tatsächlicher Lohn minus objektiver Lohn) wurde mit den enthaltenen Angaben zur Lohnzufriedenheit verglichen. So kann die Arbeit u.a. zeigen, dass Männer einen signifikant höheren Nutzengewinn in Form einer höheren Lohnzufriedenheit aus einem positiven Lohndifferential ziehen als Frauen.

  • Bilingualism and executive functioning in a Stroop task: An EEG approach taking immersion and similarity into account
    Fakultät für Psychologie und Pädagogik - Marlene Försterling, Laura Hainke, Anna Redkina

    Es wird vermutet, dass sich Bilingualismus positiv auf kognitive Kontrolle auswirkt. Grund dafür dürfte sein, dass ein häufiges Hin- und Herswitchen zwischen zwei Sprachen die mentale Flexibilität erhöht, und dass zu jedem Zeitpunkt eine der beiden beherrschten Sprachen kontextabhängig willentlich unterdrückt werden muss. Diese Befunde sind jedoch strittig. Die vorliegende Arbeit geht von der Frage aus, woran es liegen könnte, dass dieser bilinguale Vorteil kognitiver Kontrolle nicht besonders konsistent gefunden wird. Die Vermutung und dabei absolut hervorragende Idee der drei Autorinnen war, dass der überwiegende Teil der Teilnehmer in Bilinguistikstudien zwar zweisprachig ist, aber eher nur in jeweils einer Sprachkultur eingebunden ist. Die daraus resultierenden Befunde sind von großer Trageweite für die psychologische Forschung, aber auch für die Sprachwissenschaften und die Neuropsychologie (so stellt z.B. Bilingualismus einen der stärksten protektiven Faktoren bei Demenz dar). Nachdem wir aber immer stärker in multikulturellen Gesellschaften leben und arbeiten, wo starke räumliche und auch sprachliche Flexibilität gefordert wird, ist diese umfassende Studie auch von großer gesellschaftlicher Bedeutung.


Preisträger/innen für Habilitations- und Promotionspreise 2019

Foto: Der Vorsitzende der Münchener Universitätsgesellschaft, Dr. Peter Höppe (links) und LMU-Präsident Professor Bernd Huber (rechts) mit den auf dem Stiftungsfest der LMU ausgezeichneten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern.

Die Gesellschaft von Freunden und Förderern der Ludwig-Maximilians-Universität hat nach ihrer Satzung die Aufgabe, die Ludwig-Maximilians-Universität zu fördern und insbesondere ihre Forschungs- und Lehrtätigkeit zu unterstützen. Im Rahmen dieser Zielsetzung will die Münchener Universitätsgesellschaft durch die Stiftung eines mit insgesamt 

Euro 20.000,- dotierten Preises für hervorragende Promotions- und Habilitationsleistungen

dem akademischen Nachwuchs einen Anreiz zur Intensivierung seiner wissenschaftlichen Arbeiten bieten. Darüber hinaus soll die Aufmerksamkeit einer breiteren wissenschaftlichen Öffentlichkeit auf die besondere Leistung der Wissenschaftlerin oder des Wissenschaftlers gelenkt werden.

Die aktuellen Preisträger/innen sind:

Habilitationsförderpreis

PD Dr. med. Louisa von Baumgarten, MedizinischeFakultät
"Untersuchungen zur zerebralen Zirkulation bei neuroonkologischen und ischämischen ZNS-Erkrankungen" 

PD Dr. phil. Verena Schulz, Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften
"Historiographical Strategies against Nero and Domitian. The Deconstruction of Imperial Representation in Tacitus, Cassius Dio, and Suetonius" 

Promotionsförderpreise 

Dr. Rainer Franz Kotschy, VolkswirtschaftlicheFakultät
"Long-Run Determinants of Economic Performance and Institutional Quality: Evidence from Demographic and Political Change"

Dr. Camilla Schinner, Medizinische Fakultät
"Die Rolle von adrenerger Stimulation für die Regulation der Zell-Zell-Haftung im Herzen - positive Adhäsiotropie als neue Funktion des Sympatikus"

Dr. Janina Maria Jambasi, Medizinische Fakultät
"Vergleich bekannter und Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze zur Hemmung der Interaktion von thrombozytärem Glykoprotein VI mit atherosklerotischem Plaques" 

Dr. Simon Trixl, Fakultät für Kulturwissenschaften
"Zwischen Wandel und Beständigkeit. Die Entwicklung der späteisenzeitlich-frührömischen Viehwirtschaft im Alpenraum und dem nördlichen Alpenvorland"

Dr. Adria Dietlein, Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik
"Spectral properties of localized continuum random Schrödinger operators"

Dr. Lukas Milles, Fakultät für Physik
"Mechanics of Pathogen Adhesion" 

Informieren Sie sich hier über die Richtlinien für die Vergabe des Preises der Münchener Universitätsgesellschaft e.V. für hervorragende Promotions- und Habilitationsleistungen.