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Münchener Universitätsgesellschaft-Stiftungsprofessur

v.l.n.r.: Prof. Putz, Prof. Höppe, Prof. Michalakis, Prof. Biel, Prof. Priglinger

Prof. Dr. Stylianos Michalakis, Augenklinik der LMU (Department of Ophthalmology) ist Inhaber der ersten „Universitätsgesellschaft-München-Stiftungsprofessur“ für „Gentherapie von Augenerkrankungen“.  

Professor Michalakis ist zum 26.6.2019 als neuer Professor an die Augenklinik berufen worden. Im Rahmen seiner Forschung arbeitet er mit therapeutischen Viren für die Gentherapie von Augenerkrankungen.
Am 22.11.2019 fand seine Antrittsvorlesung "Gentherapie in der Augenheilkunde" in der Augenklinik des Klinikums der Universität München statt.

Die Begrüßung übernahm Prof. Dr. Reinhard Putz, Ärztlicher Verein München, Vorstandsmitglied der Münchener Universitätsgesellschaft.
Die Grußworte sprachen:
Prof. Dr. Siegfried Priglinger, Direktor Augenklinik und Poliklinik des Klinikums der Universität München,
Prof. Dr. Peter Höppe, 1. Vorsitzender der Münchener Universitätsgesellschaft,
Prof. Dr. Martin Biel, Lehrstuhlinhaber Pharmakologie für Naturwissenschaften der Universität München.

Prof. Michalakis studierte Pharmazie an der LMU München und promovierte dort im Jahr 2003 in der molekularen Pharmakologie. Während seiner Postdoktoranden-Zeit an der LMU und TU München erforschte er Pathomechanismen retinaler Erkrankungen und begann mit der Entwicklung innovativer Gentherapeutika. Es folgte Ende 2011 die Habilitation im Fach Pharmakologie.

Vor seiner Berufung an die Augenklinik der LMU leitete er eine Nachwuchsgruppe im Rahmen des DFG Exzellenzclusters CIPSM (Center of Integrated Protein Science Munich). Prof. Michalakis konnte bereits vor einigen Jahren am Department Pharmazie der LMU München in enger Kooperation mit Prof. Dr. Martin Biel und der Gruppe von Prof. Dr. Mathias Seeliger (Augenklinik Tübingen) die ersten erfolgreichen Gentherapieansätze für CNGA3-bedingte Achromatopsie (ACHM2)* und CNGB1-bedingte Retinitis pigmentosa (RP45) entwickeln. Auf Basis von erfolgreichen proof-of-concept Studien entstanden drei aktuell laufende klinische Translationsprojekte zur ACHM2, RP45 sowie zur PDE6A-bedingten Retinitis pigmentosa (RP43).
Prof. Michalakis ist zudem Mitgründer des Gentherapie Start-Ups ViGeneron GmbH. Laufende Forschungsprojekte werden u.a. durch die DFG (Schwerpunktprogramm SPP2127, Sonderforschungsbereich SFB1309) und die National Institutes of Health (NIH, USA) gefördert. Seine aktuellen Forschungsschwerpunkte sind:

  • Entwicklung optimierter viraler Vektoren und darauf basierender gentherapeutischer Ansätze für erbliche Netzhauterkrankungen
  • Aufklärung genetischer, molekularer und zellulärer Mechanismen degenerativer und neovaskulärer Augenerkrankungen sowie
  • Untersuchung epigenetischer Genregulationsmechanismen in neuronalen Zellen im Kontext von Entwicklungs- und Krankheitsprozessen.


Hintergrund zur Entstehung der „Universitätsgesellschaft-München-Stiftungsprofessur“:

Ein Vermächtnis der Witwe von Prof. Schneider, Lilli Schneider, an die Münchener Universitätsgesellschaft im Jahr 1955, das u. a. für Forschungszwecke auf dem Gebiet der Augenheilkunde zweckbestimmt ist, hat diese erste Stiftungsprofessur der Universitätsgesellschaft ermöglicht.
Die Professur soll sich in Forschung und Lehre schwerpunktmäßig mit Gentherapie von Augenerkrankungen beschäftigen und dabei den wissenschaftlichen Nachwuchs zu eigenen Arbeiten auf diesem attraktiven Wissenschaftsfeld stimulieren.
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* Achromatopsie ist eine sehr seltene vererbte Erkrankung der Netzhaut. Betroffene Menschen sind vollkommen oder partiell farbenblind. Diese ist jedoch nicht mit der häufiger vorkommenden Fehlsichtigkeit (Rot-Grün-Blindheit), die i.d.R. mit dem Begriff der „Farbenblindheit“ bezeichnet wird, zu verwechseln.


** Retinitis pigmentosa beschreibt eine durch Vererbung oder spontane Mutation entstehende Netzhautdegeneration, bei der die Photorezeptoren zerstört werden.